E-WERK FREIBURG Kammertheater
Silke Huysmans & Hannes Dereere/CAMPO

Pleasant Island // Performance

Belgien

75% digital | 150% Raubbau | 0% Romantik

So 29.05.22, 19:30 – 20:40 Uhr     Tickets
Mo 30.05.22, 19:30 – 20:40 Uhr     Tickets

In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln und mit anschließendem Künstler_innengespräch am 29.05.22!

Nauru ist ein kleiner Inselstaat im Pazifik – einst von den britischen Walfängern „Pleasant Island“ getauft. Die Geschichte der Insel lässt sich geradezu als Parabel der Neuzeit lesen: Nach der Entdeckung eines riesigen Phosphatreservoirs gehörte der kleine Inselstaat kurzzeitig zu einem der reichsten Länder der Welt. Jedes Fleckchen Land und jeder Garten wurden bis in die letzte Ecke der Insel umgegraben – bis hin zur völligen Erschöpfung der Ressourcen. Binnen kurzer Zeit verarmte die Bevölkerung der Insel. Um Staatseinnahmen zu erzeugen, interniert Nauru heute auf australisches Geheiß Geflüchtete.

Silke Huysmans und Hannes Dereere begaben sich für Pleasant Island auf Recherchereise nach Nauru. Dort sprachen sie mit Einwohner_innen und Geflüchteten. Wegen drohender Repressalien verzichteten sie auf Kameraequipment und beschränkten sich für die Aufzeichnung von Interviews auf das Mobiltelefon. Die Ästhetik des Smartphones beherrscht auch das Bühnengeschehen. Die dokumentarische Unmittelbarkeit verweist auf die Dringlichkeit der Situation: Denn das zerstörte Ökosystem Naurus ist ein Vorbote für eine drohende weltweite Umweltkatastrophe.

Mit Pleasant Island setzen Huysmans und Dereere ihre Auseinandersetzung mit den ökologischen und sozialen Folgen des Raubbaus an natürlichen Ressourcen fort, die sie mit dem Stück MiningStories begannen. Sie verschränken Gespräche, Analysen und Feldforschung zu einem eindrucksvollen polyphonen Dokumentartheaterstück.

Von und mit: Silke Huysmans & Hannes Dereere
Dramaturgie: Dries Douibi
Ton: Lieven Dousselaere
Technik: Anne Meeussen & Piet Depoortere

www.silkehuysmanshannesdereere.com

„Was also bei Pleasant Island zu hören und sehen ist, hat besonderen Dokumentationswert. Die Performance zeigt eine Komposition aus der Rekonstruktion seiner Entstehungsgeschichte, der Ästhetik des von dem Künstlerpaar verwendeten Mediums Smartphone und dem Auftritt von Huysmans und Dereere als Zeugen und Vermittler.“

- Helmut Ploebst,  Der Standard