THEATER FREIBURG Winterer Foyer
Dr. Claudia Gatzka

Performing Democracy seit 1918 // Eine historische Zeitreise

Vortrag

0% Schulstunde 50 % Performance 104% Demokratie

Sa 28.05.22, 18:00 - 19:00 Uhr  //Tickets

Wie Demokratie in der konkreten Lebenswelt Praxis werden kann, war seit 1918 eine zentrale Frage. Nach dem Ersten Weltkrieg entstanden die modernen Massendemokratien mit allgemeinem Wahlrecht für Männer wie für Frauen und Regierungen, die sich auf die Volkssouveränität beriefen. Wie manifestierte sich die „Stimme des Volkes“ seit dieser Zeit auf den Straßen und Plätzen, in den öffentlichen Sälen und privaten Räumen von Bürger_innen? Und welche Konflikte gingen damit einher? Was genau sind eigentlich demokratische Performanzen – und waren sich darüber immer alle einig?

Der Vortrag führt durch eine kleine Zeitreise demokratischer Praktiken und der damit verbundenen Rollen und Verhaltensmuster von der Weimarer über die Bonner zur Berliner Republik. Er wirft Seitenblicke auf die italienische Republik und lädt zur Diskussion darüber ein, ob es zeit- und raumspezifische Performanzen des Demokratischen gibt.

Dr. Claudia Gatzka ist Historikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Freiburg. Sie stammt aus Leipzig und studierte in Berlin und Bologna. Sie forscht und lehrt zur Kulturgeschichte der Politik und des Tourismus im 19. und 20. Jahrhundert. Ihre Doktorarbeit hat sie über Wahlkampfkulturen in städtischen Lebenswelten der Bundesrepublik und Italiens verfasst. Das Buch erschien 2019 unter dem Titel "Die Demokratie der Wähler. Stadtgesellschaft und politische Kommunikation in Italien und der Bundesrepublik, 1944-1979". Derzeit lebt sie mit ihrer Familie in Berlin und leitet das Forschungsprojekt "Verborgene Stimmen der Demokratie. Repräsentationen des 'Volkes' in der Bundesrepublik, 1945-2000". Sie schreibt hin und wieder für die F.A.Z. und die Zeitschrift Merkur.