Freiburg Festival

08. – 16. Juni 2018

Veranstaltung

E-WERK Freiburg

FLINN WORKS

Foto: Alexander Barta

Eintrittspreise

20 € (Ermäßigung: 50%)

Termine

Im Wohnzimmerschrank seiner Großeltern befand sich ein menschlicher Schädel. Mit ihm im Gepäck ging Konradin Ziegenfuß zu Vorsprechen an deutschen Schauspiel-schulen. Bis ihm klar wurde: hier geht es nicht um „Sein oder nicht sein“, sondern um die Frage nach der Herkunft eines Schädels!

In den Kellern deutscher Universitäten und Museen – auch in Freiburg – lagern tausende Schädel. Einige wurden von den Leichen hingerichteter "Aufständischer" abgetrennt und als Trophäe nach Deutschland verschickt. Dort betrieben Wissenschaftler Rassenforschung an ihnen. 100 Jahre später mehren sich Forderungen nach Restitution dieser Schädel an die Nachfahren.

Um den Schädel in der Lecture Performance SCHÄDEL X kreisen gleich zwei biografische Geschichten: Sie führen von Tansania und Deutschland über Archive, Konsulate, Schlachtfelder und Labore durch die deutsche Kolonialgeschichte ins Innerste des eigenen Schädels. Mit historischen Dokumenten und O-Tönen verbinden sie sich zu einer (post-)kolonialen Irrfahrt zwischen Wissenschaft, Politik und Theater.

Die preisgekrönte Kompanie Flinn Works (Berlin/Kassel) entwickelt multiperspektivische Stücke zur globalisierten Welt. In den recherchebasierten Produktionen untersuchen internationale und interdisziplinäre Teams gesellschaftspolitische Themen.

„Atmosphärisch dichter Doku-Krimi mit durchaus komischen Elementen.“ Deutschlandfunk Kultur

„Der Schauspieler liefert eine ebenso eindringliche wie verstörende Performance. (...) "Schädel X" allerdings macht klar: Der Versuch, das Ungeheuerliche auszusitzen, wird scheitern. Nachfahren und politisch Engagierte wird man künftig auch dank der Arbeit von Flinn Works nicht mehr ignorieren können.“ NDR

ENGLISH

In the cellars of German universities and museums lie thousands of skulls from its former colonies which were used in making race research.100 years later, increasing demands are being made that these skulls be respectfully restored to their descendants.
A skull is the central focus of this performance. Historical documents and O-tones are linked to it in a bizarre and crazy (post) colonial journey between science, politics and theatre.

Spielort: Kammertheater (E-WERK Freiburg)

Konzept, Recherche & Performance: Konradin Kunze
Regie: Sophia Stepf
Sound Design: Andi Otto
Video Design: Jürgen Salzmann
Technik: Marcello Lussana
Produktionsleitung: ehrliche arbeit – freies Kulturbüro und Helena Tsiflidis
Interviews mit: Christina Helbig, Mnyaka Sururu Mboro, Isaria Anael Meli, Upendo Moshi, Gerhard Ziegenfuss

Eine Flinn Works Produktion in Koproduktion mit Sophiensæle Berlin. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa, den Fonds Darstellende Künste e.V., das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und das Kulturamt der Stadt Kassel.

Dauer: ca. 75 Minuten, keine Pause
In deutscher Sprache

Künstler*innengespräch am 12. Juni im Anschluss an die Vorstellung
Podiumsdiskussion in Kooperation mit dem Iz3W am 13. Juni um 19.00 Uhr

Eintritt: 20 € (Ermäßigung: 50%)