Freiburg Festival

08. – 16. Juni 2018

Veranstaltung

Theater im Marienbad

LAILA SOLIMAN

Foto: Ruud Gielens

Eintrittspreise

25 € (Ermäßigung: 50%)

Termine

Fünf Tische, fünf Frauen. Vor unseren Augen entfaltet sich ein Drama von weltweiter Aktualität.
Freiburg 2018: Fünf ägyptische Performerinnen spielen Gerichtsprotokolle nach und erwecken so inspirierende und mutige Frauen aus den Aufständen gegen die Kolonialherrschaft in 1919 in Ägypten zum Leben. ZIG ZIG beruht auf Protokollen: Angeklagt waren englische Soldaten, die ein Bauerndorf in Oberägypten überfallen, die Frauen vergewaltigt und die Häuser niedergebrannt hatten. Die Überlebenden der Vergewaltigungen hatten danach den Mut aufgebracht, vor Gericht als Zeuginnen aufzutreten. Mangels ägyptischer Quellen zu den Ereignissen stützt sich Regisseurin Laila Soliman auf Gerichtsakten, die im Archiv des britischen Außenministeriums liegen. Sie verbindet die Zeugenaussagen von damals mit aktuellen Diskussionen über “rape culture”.

Laila Soliman ist Regisseurin und Aktivistin. Nach ihren Stücken LESSONS OF REVOLTING und NO TIME FOR ART führt sie mit ZIG ZIG ihre wichtige Arbeit weiter: ZIG ZIG ist nicht nur eine berührende Hommage an Frauen, die den Mut haben, zu reden, sondern zeigt ausgehend von den historischen Protokollen eindrücklich, was es heißt, der Willkür von Machthabern ausgeliefert zu sein.

„Als große Gemeinschaftsproduktion war „Zig Zig“ bereits auf etlichen Festivals zu sehen und lief auch in Kairo. Beim Gastspiel in Berlin wirkt am stärksten, wie pessimistisch und vergeblich die Regisseurin die Situation der Frauen einschätzt, die unbequeme Aussagen wagen; gerade weil Soliman davon nicht fatalistisch, sondern schlicht und klar erzählt, auch wenn sie das Dokumentartheater nicht neu erfindet, aber als Form elegant für sich zu nutzen weiß.“ Simone Kaempf

ENGLISH

Five Egyptian female performers re-enact a trial and thereby bring to life the courageous and inspiring women who fought against the colonial powers in Egypt in 1919. ZIG ZIG is based on protocol: English soldiers, who attacked a farming village in Upper Egypt, raped its women and burnt houses to the ground were brought to trial. Due to a lack of Egyptian sources, the female director Laila Soliman, relies on court files found in the archives of the British Ministry of Foreign Affairs. She links the accounts of contemporary witnesses with present-day discussions of “rape culture”.

Spielort: Szenenraum (Theater im Marienbad)

Regie: Laila Soliman
Mit: Mona Hala, Reem Hegab, Sherin Hegazy, Zainab Magdy, Nancy Mounir

Produktion: SHISH (Brüssel / Kairo). Koproduktion: HAU Hebbel am Ufer, FFT (Düsseldorf), BIT Teatergarasjen (Bergen), Kaaitheater (Brüssel), Zürcher Theater Spektakel, Nouveau Théâtre de Montreuil (Montreuil), Schweizerische Botschaft in Ägypten – Büro für internationale Kooperationen (Kairo), D-CAF (Kairo), House on Fire mit Unterstützung des Kulturprogramms der Europäischen Union

Dauer: ca. 75 Minuten, keine Pause
Arabisch und Englisch mit deutschen Übertiteln

Künstler*innengespräch am 13. Juni im Anschluss an die Vorstellung

Eintritt: 25 € (Ermäßigung: 50 %)