Freiburg Festival

08. – 16. Juni 2018

Veranstaltung

E-WERK Freiburg

BERLIN

Eintrittspreise

20 € (Ermäßigung: 50%)

Termine

Pétro und Nadia leben in einer Geisterstadt, in der es weder Strom noch fließend Wasser gibt; dafür aber Aberglauben und Wodka, einen Hund, eine Kuh, ein Pferd und ein paar Hühner. Knapp dreißig Jahre zuvor hatten sie sich geweigert, ihr Heimatdorf Zvizdal in der Umgebung von Tschernobly zu verlassen und blieben allein in der Todeszone zurück. Von 2011 bis 2016 begleitete die Gruppe BERLIN zusammen mit der Journalistin Cathy Blisson das Paar und portraitiert nun ihr Leben. Es wird gemurmelt, gebetet, gesungen und viel geflucht, über Zahnschmerzen, Alterskrankheiten und den 20 km-Fußweg zum nächsten Geschäft. Wie ertragen zwei Menschen so viele Jahre der Isolation – allein mit der farblosen, geruchslosen, aber allgegenwärtigen Strahlung? ZVIZDAL erzählt von Einsamkeit, Armut, Hoffnung und vor allem: von der Liebe zweier alter Menschen.

ZVIZDAL ist eine multimediale Theaterperformance für Breitwandfilm, zwei Miniaturkameras, drei Modelle eines Gehöfts, vier ukrainische Jahreszeiten und fünf Jahre Dreh. Es ist die Chronik eines angekündigten Niedergangs, den langsamen Verfall eines Dorfs, das Ende einer Welt und das unausweichliche Verschwinden einer (Über)Lebensweise.

Mit ihrem 2003 in Antwerpen gegründeten Label BERLIN haben die belgischen Multimedia-Künstler Bart Baele und Yves Degryse eine völlig eigene filmische Bühnensprache entwickelt, die sich jeder Genrezuschreibung entzieht. Ihre Arbeiten, die durch ganz Europa touren, entstehen durch intensive Recherchen, Interviews und filmisches Material, das sie dann als Video-Theater inszenieren.

„Zvizdal ist kein Stück über Chernobyl oder radioaktive Verstrahlung, sondern ein Manifest der Menschlichkeit, die gegen alle Widerstände in einer Welt, die die Menschen zerstören, überleben kann.“

ENGLISH

Pétro and Nadia live in a ghost town in which there is neither running water nor electricity, instead there is superstition and vodka, a dog, a cow, a horse and some chickens. Thirty years ago they would have refused to leave their hometown Zvizdal in the surrounding area of Chernobyl. How is that two people can withstand so many years of isolation –not excluding the colourless, scentless and continuous radioactivity? The Belgian Multi-media collective BERLIN followed the couple from 2011 to 2016 and now present us with a portrait of their lives. ZVIZDAL is about solitude, poverty and hope – most of all; it is about the love between two old people.

www.modernperformanceart.wordpress.com

Spielort: Saal (E-WERK Freiburg)

Konzept: Bart Baele, Yves Degryse, Cathy Blisson
Mit: Nadia, Pétro Opanassovitch Lubenoc
Interviews: Yves Degryse, Cathy Blisson
Fotografie & Schnitt: Bart Baele, Geert De Vleesschauwer
Szenenbild: Manu Siebens, Ina Peeters, BERLIN
Tonaufnahmen: Toon Meuris, Bas de Caluwé, Manu Siebens, Karel Verstreken
Übersetzung: Olga Mitronina
Soundtrack & Mischung: Peter Van Laerhoven
Bühne: Manu Siebens, Klaartje Vermeulen, Dirk Stevens, Kasper Siebens
Modellbau: Ina Peeters, mit der Hilfe von Puck Vonk, Rosa Fens, Thomas Dreezen
Mechanik: Joris Festjens, Dirk Lauwers
Grafik: Jelle Verryckt
Kommunikation & Produktion: Laura Fierens
Business Management: Kurt Lannoye
Administrative Unterstützung: Jane Seynaeve
Koproduzenten: Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt am Main (D), Het Zuidelijk Toneel (Tilburg, NL), PACT Zollverein (Essen, DE), Dublin Theatre Festival (IE), CENTQUATRE (Paris, FR), Brighton Festival (UK), BIT Teatergarasjen - House On Fire  (Bergen, NO), Kunstenfestivaldesarts (Brussels, BE),  Theaterfestival Boulevard (Den Bosch, NL), Onassis Cultural Centre (Athens, GR). In Zusammenarbeit mit deSingel (Antwerpen, BE) und der Unterstützung der flämischen Behörden. BERLIN ist Teil des Künstlernetzwerks CENTQUATRE (Paris, FR). Dank an: Wim Bervoets, Brice Maire, Lux Lumen, Els De Bodt, Pascal Rueff, Morgan Touzé, Christophe Ruetsch, Isabelle Grynberg, Nadine Malfait, Natalie Schrauwen, Katleen Treier, Piet Menu, Anthe & Ama Oda Baele, Remi & Ilias Degryse. 

Dauer: ca. 75 Minuten, keine Pause
Ukrainisch mit deutschen und englischen Untertiteln

Künstler*innengespräch am 15. Juni im Anschluss an die Vorstellung

Eintritt: 20 € (Ermäßigung: 50%)

www.berlinberlin.be