Tanz und Theater

Internationales Festival Freiburg

Veranstaltung

Theater im Marienbad

Preiskategorie 3

HILLEL KOGAN, ISR

Foto: Gadi Dogan

Eintrittspreise

Preiskategorie 3

Der israelische Tänzer-Performer Hillel Kogan führt mit seinem arabischen Kollegen Adi Boutrous den Nahost-Konflikt ad absurdum. Provokant, selbstironisch und pointiert. Kogan stellt sich als Choreograph vor, der ein Stück über Koexistenz plant. Wichtiges Thema! Klar, dass er dafür der politischen Korrektheit wegen einen arabischen Partner braucht. Und erst mal das Tanzgebiet besetzen muss. Allein diese gewundene Erklärung ist schon eine geniale Standup-Nummer. Noch urkomischer wird’s, wenn der Künstler sich und den Kollegen symbolisch kenntlich machen will. Und dabei Davidstern und Halbmond nicht ganz den Punkt treffen. Kogan und Boutros spielen brillant mit vernagelten Vorurteilen und politischer Naivität.

Provokativ fragen sie danach, was Araber und Israelis verbindet. So selbstironisch, respektlos und direkt, dass auf einmal einfach ist, was das Schwerste zu sein scheint: miteinander leben. Sie bescheren dem israelischen Tanz der Gegenwart ein weiteres Highlight. Dass so ein Stück möglich ist, lässt hoffen.

Hillel Kogan, geboren 1974, ausgebildet in den Bat-Dor Dance Studios und im Merce Cunningham Studio, tanzte bei Batsheva, der Schweizer Gruppe Nomades und beim Gulbenkian Ballet in Portugal. Seinen Partner, den Tänzer und Choreografen Adi Boutros, fand er schnell: »He was my dance student few years ago, and he is the only Arab dancer I know in Israel.« Hillel Kogan arbeitet als Assistent von Ohad Naharin und Probenleiter bei Batsheva.

Kein Tanzstück der letzten Jahre hat meines Erachtens die Szene mit beißendem Humor und gesellschaftspolitischem Scharfsinn ähnlich pointiert aufs Korn genommen. [...] Achtung: Kogans verrückter Trip geht unter die Haut – und in die Hirnwindungen.
Ora Brafman, tanz Jahrbuch 2014

DAUER: ca. 45 Minuten

CHOREOGRAPHIE: Hillel Kogan
TANZ: Adi Boutrous, Hillel Kogan
MUSIK: Kazem Alsaher, Wolfgang Amadeus Mozart
LICHT: Amir Castro
KOSTÜME: Evelyn Terdiman
KÜNSTLERISCHE BERATUNG: Inbal Yaacobi, Rotem Tashach
UA: 2013, Intimadance festival, Tmuna Theater, Tel-Aviv

In englischer Sprache